Überarbeitete Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD2)

Geschäftsmodelle im Fokus

Banken dürfen FinTechs nicht mehr daran hindern, im Auftrag von Kontoinhabern tätig zu werden und dafür deren Daten zu nutzen – vorausgesetzt, sie haben die Anforderungen für starke Authentifizierung erfüllt. Einige Dienste hatten sich schon zuvor die Möglichkeit hierzu vor Gericht und Kartellamt erstritten. Ein Einklagen der Dienstleistung – gerade für Start-ups oft nicht zu bewerkstelligen – ist nun nicht mehr notwendig. Die neue Regelung betrifft Zahlungsauslösedienste und Kontoinformationsdienste und ermöglicht hier die Etablierung neuer Geschäftsmodelle.

Zahlungsauslösedienste

Überweisungshelfer
Ob Online-Shopping oder Pizzabestellen. Schon jetzt trifft man auf verschiedene Dienstleister, die das Online-Bezahlverfahren wesentlich vereinfachen. Händler und Kunden haben hier ihre Kontodaten bereits hinterlegt. Die Eingabe der 16-stelligen IBAN bspw. entfällt so.

Sparhelfer
Eine App hilft beim Sparen und zur Selbstmotivation. So könnte man beispielsweise am Ende des Tages angeben, nicht geraucht zu haben, wodurch automatisch ein zuvor festgelegter Wert auf ein Sparkonto überwiesen wird. Durch den Nikotinstopp kann jetzt bspw. fabelhaft der nächste Urlaub finanziert werden. Natürlich sind auch andere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, etwa das Erreichen bestimmter sportlicher Ziele.

Kontoinformationsdienste

API-Entwickler
FinTech können nun Dienste anbieten, die auf bestimmten Kontoinformationsdaten beruhen. Diese Daten müssen die Banken zumindest über eine API den FinTechs zur Verfügung stellen. Seit Bekanntwerden der Richtlinie arbeiten verschiedene Hersteller an einer möglichst einheitlichen und vor allem sicheren API-Lösung.

Sparhilfen
Ein Dienstleister analysiert die Kontobewegungen und listet auf, wie viel Geld wofür ausgegeben wird. Dabei erhält man nicht nur eine Übersicht der eigenen Ausgaben, sondern auch Empfehlungen zum Sparen.

Vergleichsportale
Strom, Gas, Telefon, Internet, Mobilfunk, Versicherungen etc. Die Höhe der hier getätigten regelmäßigen Ausgaben findet sich in den Kontodaten. Interessant für die Anbieter von Vergleichsportalen, die dann kundenspezifisch bessere Angebote vermitteln können.

Kredite
Gerade in der Kreditwirtschaft vereinfacht und verbessert der Zugriff auf Kontodaten die Bonitätsprüfung. Eine Kreditvergabe lässt sich dadurch vor allem schneller generieren.

Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste

Girokontooptimierung
Zu viel Geld auf dem Girokonto ist zu wenig Geld in Sparanlagen. Zu wenig Geld auf dem Girokonto sorgt für unnötige Zusatzkosten. Ein Dienstleister könnte den Kontostand überwachen und ab einem gewissen Betrag automatisch Geld auf ein flexibles Sparkonto überweisen bzw. unterhalb eines bestimmten Betrags Geld vom Sparkonto abbuchen. Eine Künstliche Intelligenz könnte dabei zuvor die Kontobewegungen analysieren und selbst einen sinnvollen Rahmen vorschlagen und stetig an Veränderungen anpassen. //

 

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Quelle: Seite „Payment Services Directive“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12. Februar 2018, 08:21 UTC.
URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Payment_Services_Directive&oldid=173917748 (Abgerufen: 26. März 2018, 13:22 UTC)

 

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